Sie scheiterte spätestens dann, als die Revolutionäre wie so oft übertrieben handelten – gewissermaßen die Ästhetik der Demokratie zur Moral erhoben – und begannen, alle vermeintlichen Gegner der neuen Republik zu verfolgen und zu töten; so musste zum Beispiel Robespierre durch die Hand seiner eigenen Mitrevolutionäre sterben. Das Parzenlied ist ein Bestandteil von Iphigenies Monolog im 5. Sie hat Angst, den Glauben an die olympischen Götter zu verlieren, was für sie eine Katastrophe wäre.4 Dabei spielt die Verlegung des Götterbildes in die Seele, die schon im ersten Aufzug angedeutet wird (V.494 „Sie reden nur durch unser Herz zu uns.“), eine entscheidende Rolle. Das war der zeitliche Umkreis, in dem sich Goethes Leben während der Entstehung der Iphigenie auf Tauris vollzog. Der Mensch braucht – nach diesem Zitat – die Ideen der Aufklärung nicht, um sich in irgendeiner Form zu verbessern. Neben den „Götz von Berlichingen“ gibt es noch so schöne Trauerspiele wie „Egmont“, „Iphigenie auf Tauris“, „Torquato Tasso“ oder „Faust“ von unserem Goethe zu lesen (- und früher auch auf der Bühne zu sehen). Ich habe hie und da hineingesehen, es ist ganz verteufelt human. Daraufhin wird die Beziehung des Autors zu seinem eigenen Drama untersucht, wobei das obige Zitat als Grundlage dienen soll. Die Tatsache, dass der Weg zum Ziel sich somit geändert hat, ist auch im Lebensweg des älter werdenden Goethe wiederzufinden. Zum einen muss man sich klarmachen, wie die Beziehung zwischen Goethe und Frau von Stein endete. Das Parzenlied beschreibt das althergebrachte Verhältnis zwischen den Göttern und den Menschen, wie es sich eben aus der Sicht der Parzen darstellt. Die moderne Iphigenie versteht sich nicht mehr als Kampflatz göttlicher, numinöser Mächte, sondern als ehrfürchtige, dankende Partnerin der Götter, hebt Henkel hervor“5. Dieses Gefühl wird noch durch die lautmalerischen Eigenschaften der dunklen Vokale in Ausdrücken wie „geschmäht und geschändet“ (V. 1739) oder „harren vergebens, / Im Finstern gebunden“ (V.1741-1742) verstärkt; man fühlt sich leicht wie in einem dunklen Kerker, in dem man der ganzen Unbarmherzigkeit seiner Richter hilflos ausgeliefert ist. Zu Beginn der ersten Strophe wird das Verhältnis zwischen Menschen und Göttern zunächst in Bezug auf die Furcht erklärt (V.1726-1727 „Es fürchte die Götter / Das Menschengeschlecht!“). Theodor W. Adorno stellt auf der Basis von Arthur Henkels Interpretation das Drama in die „Dialektik der Aufklärung26 “, so dass „die Unterdrückung der Natur durch die Vernunft in der abendländischen Geschichte26 “ bei Goethe eine Kritik erfahre, „die den Umschlag von Aufklärung in den Mythos prophezeie26 “. 1775 hatte er Charlotte von Stein kennen gelernt, die nachweislich als Vorbild für die Iphigenie gedient hat und ohne die es das Stück wohl nie gegeben hätte. Wow, sehr gute Analyse des Parzenliedes! 10 Jahre seines Lebens verbrachte Goethe in Weimar. Auf diesen Gedanken wird in der nächsten Strophe noch näher eingegangen, wenn illustriert wird, wie die Götter hoch oben über der Welt stehen und den Atem der Titanen nur noch als „leichtes Gewölke“ (V.1753) wahrnehmen. - Es dauert nur 5 Minuten Es wird schon an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es einige Ungereimtheiten zwischen der Meinung der beiden Literaturwissenschaftler und der des Autors dieser Facharbeit gibt. in Deutsch im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Zum letzten Beitrag . Dafür wird er von den antiken Rachegöttinnen verfolgt, bis es in Athen unter dem Gericht der Göttin Athene zur Aussöhnung kommt17. Sinnvoll ist es wohl, nach einer kurzen inhaltlichen Einführung den fünften und letzten Auftritt des vierten Aufzugs zu betrachten. Die Themen sind: 1. Der äußere Aufbau des Parzenliedes ist schnell erklärt: Es besteht aus sechs Strophen und einer Art Zusatzstrophe. Eine Tragödie ist „Iphigenie auf Tauris“ nun wirklich nicht, eine Komödie schon gar nicht, vielleicht eine besondere Art und Weise von Lehrstück. So ist sie hin- und hergerissen und betet nun zu Beginn des fünften Auftritts zu den olympischen Göttern, die sie um Hilfe anruft (V.1715-1716 „Rettet mich, / Und rettet Euer Bild in meiner Seele!3 “ ). hinwegzusetzen. Diese Befreiung vollzieht sich hier im Wesen der Humanität und durch eine neue Form der Annäherung an die Götter. Inhaltlich wird das Verhältnis zwischen Menschen und Göttern thematisiert. Nicht von ungefähr wird Iphigenie häufig mit Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ verglichen. http://www.fortunecity.de/lindenpark/ goethe/1/goethdbio.htm. Jahrhunderts schlecht, und insbesondere das Elend der Strumpfwirker, das er überall zu Gesicht bekam, machte Goethe zu schaffen. „Iphigenie auf Tauris“ Jedenfalls fühlte er sich im Nachhinein ja durchaus bemüßigt, weiter am Faust zu arbeiten und sich auch sonst nicht so sehr von seiner eigenen Vergangenheit zu lösen, wie er es während der Zeit mit Charlotte zumindest teilweise getan hatte. Es hat sechs Strophen mit einer variierenden Anzahl von Versen. Goethe fühlte sich damals insofern wie Orest, als dass auch er in den Genuss kam, von einer Seele, die er als komplett rein erachtete, auf eine bestimmte Art und Weise befreit zu werden. „Der Höhe der Götter, die vom Berge / Zu Bergen schreiten, steht die Tiefe der Titanen gegenüber. Anhang 6. Ganz nach dem Vorbild der Sage sah er in sich Orest und in Charlotte von Stein Iphigenie, die ihn aus den Irrungen seiner Jugendjahre in einen neuen Abschnitt seines Lebens geführt hatte. Nach mehreren Überarbeitungen, die sich über acht Jahre hinzogen, erschien im Jahre 1787 die endgültige Fassung, in der sich der Dichter auf einen fünffüßigen Jambus als Versmaß festlegte; diese Idee war ihm 1786 auf seiner Reise nach Italien gekommen und fand großen Anklang.16. Dann wird das Geschehen der Tantalussage als Beispiel für eine solche Erhebung eingeführt: Es sind „Stühle bereitet / Um goldene Tische“ (V.1735-1736), es ist also wie in der Sage ein Fest geplant. Allein die Tatsache, dass Charlotte von Stein als Vorbild für die Figur der Iphigenie zu sehen ist, lässt die erste Behauptung absurd erscheinen. Es spielt einige Jahre nach dem Krieg um Troja auf Tauris (Insel Krim) im Hain vor dem Tempel der Diana, Göttin des Mondes und der… Aufgrund dieser Meinungsverschiedenheit ist es deshalb meiner Ansicht nach notwendig, sich Goethes Beziehung zur Iphigenie und die Wirkung des Werks in seiner Zeit noch einmal genauer anzusehen, bevor man einer der Interpretationen zustimmen oder beide verwerfen kann. Beiträge über Iphigenie von xeym. Bemerkenswert ist wohl auch, dass er sich während seiner zehnjährigen Beziehung mit Charlotte von Stein der restlichen Frauenwelt nicht so sehr geöffnet hat wie in anderen Lebensabschnitten. Goethe zum humanistisch geprägten Menschenbild der Weimarer Klassik Erschließung und Interpretation des 2. Der Erhebung der Menschen zu den Göttern folgt ein Sturz in die Tiefe und damit eine räumliche Kluft, die den ursprünglichen Abstand von Menschen und Göttern noch vergrößert“10. Zuerst befreit sie Orest von dem Familienfluch, dessen unglückliches Opfer er zu sein glaubt; dann kann sie verhindern, dass das Götterbild geraubt oder auf andere Weise befleckt wird, und schließlich kann sie sogar noch ihre beiden Landsleute und sich selbst retten – die drei dürfen heimkehren. Die Götter „schreiten“(V.1747) majestätisch „vom Berge / Zu Bergen“ (V.1747-1748) und erinnern sich der Titanen nur noch anhand der leichten Bewölkung. In der zweiten Strophe wird zuerst die These vom Anfang der ersten Strophe verstärkt, nämlich dass es für die Menschen noch sehr viel gefährlicher wird, wenn die Götter jemanden zu sich holen und ihn auf einer Stufe mit sich verweilen lassen (V.1731-1732 „Der fürchte sie doppelt, / Den je sie erheben!“). In dieser fünften Strophe ist jedoch zuerst einmal die Aufmerksamkeit erneut der Sprache zu widmen. Zu Beginn soll nun, wie in der Einleitung angekündigt, das Lied der Parzen aus Johann Wolfgang Goethes „Iphigenie auf Tauris“ betrachtet werden, wobei Hinweise auf die Verarbeitung des Begriffs „Humanität“ gefunden werden sollen. Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat, Schon registriert als Abonnent? Doch wenn während eines solchen Festes ein Streit (V.1737 „Zwist“) entstehe, so wird verallgemeinernd und doch die Tantalussage aufgreifend gesagt, würden die menschlichen Gäste unbarmherzig in die Tiefen der Unterwelt gestürzt, wo sie vergeblich auf einen gerechten Prozess warten müssten. Darin beklagt er mit einer gewissen Selbstironie, dass ihm selbst sein Werk „zu human“ sei. Im Drama „Iphigenie auf Tauris“ und besonders im Parzenlied wird dieses menschenverherrlichende Ideal des Sturm und Drang jedoch stark relativiert beziehungsweise geradezu auf den Kopf gestellt. „Iphigenie auf Tauris“ 2.1 Der Stoff und das Drama im Licht der Humanität – früher und heute 2.2 Goethes Beziehung zur „Iphigenie“ – „ganz verteufelt human“ 3. Denn eben sie ist es, die Thoas belügt und somit Schuld auf sich lädt. Iphigenie auf Tauris 1786–1787. Januar 1787 von Goethe während seiner Italienreise fertiggestellt und ist die letzte in einer Reihe von Fassungen. Behandelt wird hier der 4. Geisenhanslüke, Achim: „Goethe, Iphigenie auf Tauris: Interpretation / von Achim Geisen-hanslüke“. Nun stellt sich natürlich die Frage, warum von einer „ganz verteufelt humanen“ Beziehung zwischen Goethe und seinem Werk die Rede ist. Iphigenie auf Tauris ist insofern ein klassisches Drama, als es sowohl einen antiken Stoff behandelt als auch das Menschenideal der Klassik widerspiegelt. Es gibt keine feste Verszahl – diese variiert von drei bis sieben Versen in einer Strophe – und kein festes Reimschema. Am Schluss der Szene steht noch ein kleiner Nachsatz aus sechs Versen, der die Bedeutung des Liedes im Gesamtzusammenhang des Dramas verständlich macht. Diese Facharbeit soll nun erörtern, wie und warum der Dichter fünfzehn Jahre nach dem Erscheinen der endgültigen Fassung des Werks zu diesem Urteil gekommen ist. Im Glauben, Iphigenie sei tatsächlich tot, ermordet ihre Mutter Klytaimnestra ihren Ehemann Agamemnon, welcher ihr gemeinsames Kind augenscheinlich töten ließ. Dies bestätige ich durch meine Unterschrift. Könnt ihr mir was zum Parzenlied sagen? Inwieweit Goethe hier Kritik an Herrschaftsordnungen übt, bleibt an diesem Punkt jedoch der persönlichen Interpretation des Lesers vorbehalten. So ist, zusammenfassend gesagt, das Parzenlied eine Beschreibung der Beziehung zwischen Menschen und Göttern. Im späteren Iphigenien-Drama benötigt der wahrhaftige, vorbildliche Mensch jedoch sehr wohl Ideale der Aufklärung, eben vor allem die Humanität, um durch das Menschsein an sich perfekt und göttergleich zu werden. Der Wechsel der Textform vom Tragischen ins Lyrische sticht jedenfalls sofort ins Auge. I siehe, dass der Preis des Iphigenie auf Tauris.Interpretationen [Broschiert], dass amazon.de Es ist sehr interessant. Wer mit den Erwartungen von „klassischer“ Einfalt und Stille an die ersten Szenen herangeht, versäumt es leicht, die vibrierende Lebendigkeit im Innern Iphigenies zu spüren“23. In Zensurfragen ergriff er die Parte… Faksimile-Ausgabe der italienischen Handschrift Goethes. Die Götter sind nach dieser Definition unangreifbare Wesen, die sich erst recht durch die Menschen nicht verängstigen lassen. Die Herrschaft der Götter sei lediglich... Der Text oben ist nur ein Auszug. Erstens entsteht durch die Tatsache, dass Iphigenie lügt, weitere Spannung, und zweitens kommt sie durch diese Tatsache dem Rezipienten oder Zuschauer insofern entgegen, als dass sie gerade durch diesen kleinen Fehler in ihrer Perfektion der Menschlichkeit, die sie am Schluss des Dramas repräsentiert, menschlicher wird beziehungsweise dem menschlichen Beobachter näherrückt. Diese Einheit gibt mit ansprechenden Tafelbildern und Strukturskizzen Einblick in die geistige Welt Goethes und seine Zeit, und zeigt dieses klassische Drama, welches sich an einem antiken Vorbild orientiert, auf sehr ansprechende Weise. Hintergrund bei Goethe ist: Er mochte keine Tragik – um den Tod machte er einen großen Bogen. Mir ist vieles deutlicher geworden, gerade auch Iphigenies Verhältniss zu den Göttern. Die Parzen sind eigentlich die römischen Götter des Schicksals; bei den Griechen sind sie eher als Moiren bekannt und kommen auch in anderen Kulturen vor. Die Götter wenden „ihr segnendes Auge / Von ganzen Geschlechtern“(V.1755-1756), um zu verhindern, dass sie bei einem Nachkommen erneut die „ehmals geliebten / Still redenden Züge / Des Ahnherrn“ sehen. Nun ist es angebracht, sich daran zu erinnern, dass die Tantalussage im Parzenlied direkt mit dem Schicksal der Titanen verbunden ist. Aktuelle Gebrauchtwagenangebote in Kronach finden auf auto.inFranken.de. In früheren Werken aus der Epoche des Sturm und Drang wie der ersten Fassung des Faust heißt es noch: „Er [der Mensch] nennt’s Vernunft und braucht’s allein / Nur tierischer als jedes Tier zu sein• “. “36. Reclam Universalbibliothek Nr.1/1a, Stuttgart 1968. Des Weiteren sind die beiden g-Alliterationen auffällig (V.1738-1739 „Gäste / Geschmäht und geschändet“ sowie V.1742-1743 „Im Finstern gebunden, / Gerechten Gerichtes“). Nicht zuletzt sind auch die Anführungsstriche, die das Lied der Parzen umrahmen, von Bedeutung, da sie das Lied als ein Zitat aus früheren Tagen kennzeichnen. Das Bild des perfekten Menschen darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Iphigenie nicht ohne Fehler bleibt. - Hohes Honorar auf die Verkäufe IPHIGENIE AUF TAURIS ... – "Es fürchte die Götter das Menschengeschlecht", heißt es im Parzenlied, das Iphigenie in ihrer Kindheit gehört und so gern vergessen hatte. Jahrhunderts und seine Ideen von einer besseren Welt zeigt. Ich könnte mir eher vorstellen, dass Johann Wolfgang Goethe den Idealzustand der menschlichen Existenz beschreiben wollte, nach dem alle Menschen streben sollten, wie weit der Weg dorthin auch sein möge. Unter Betrachtung der drei vorgestellten Aspekte, also der Trennung von Frau von Stein, der alltäglichen Realität des Volkes und der möglichen Fehlinterpretation des Werks durch revolutionäre Fanatiker kann man nun Goethes Aussage verstehen, die „Iphigenie“ sei „ganz verteufelt human“. Auch die Tatsache, dass Goethe sich intensiv mit dem Thema „Humanität“ – sei es im Positiven oder den vorgestellten Interpretationen zufolge im Negativen – auseinander-gesetzt hat, macht deutlich, dass er sich nun eindeutig aufklärerischen Ideen zuwandte und sie verarbeitete. Iphigenie auf Tauris Schauspiel Erste Fassung (Prosa) am 6. Unter anderem hat Goethe selbst sich zu diesem Problem geäußert: „Hier will das Drama gar nicht fort, es ist verflucht, der König Thoas soll reden als wenn kein Strumpfwürcker in Apolde hungerte33 “. 3 Alle folgenden Versangaben und -zitate beziehen sich auf „Goethe: Iphigenie auf Tauris“, Stuttgart 1970, 8 Vgl. Aufzug (alle Auftritte). Artemis-Verlags-AG, Zürich 1954. „Zu Unrecht hat man gesagt, in diesem Drama sei der vollkommene Mensch in die Mitte des Universums gerückt worden. Daher ließ … Auf dieser Seite wird der Text des Originals von "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang Goethe in einfacher zu verstehendes Deutsch übertragen. Sie erzeugen zusammen mit dem verbindenden „und“ (V.1741) beim Leser den Eindruck, dass er regelrecht mit Tantalus zusammen „in nächtliche Tiefen“ (V.1740) hinunterfalle und dort in der Dunkelheit vergeblich auf Gerechtigkeit warten müsse. Diese Erkenntnis, dass Iphigenie sich als Mensch den Göttern sehr nahe fühlt und im wahrsten Sinne des Wortes ihr eigenes Bild göttergleich erscheinen lässt, ist insofern sehr wichtig, als dass dieser später näher erläuterte Umstand den Grundstein für eine Er-neuerung der strapazierten Beziehung zwischen Menschen und Göttern markiert. Er steht sich für Ordnung in Weimar ein. Genauso wenig kann man die „Iphigenie“ ein politisches Stück nennen. Goethes „Iphigenie auf Tauris“ gilt als ein Schlüsseltext der Weimarer Klassik. Wichtige Ereignisse in seiner Biographie sind eigentlich an jedem Punkt seines Lebens zu finden; fast nichts ließ ihn unberührt, und so gibt es auch in diesem Werk viele nennenswerte Einflüsse. Während der Opferungszeremonie wird Iphigenie jedoch von der Göttin Diane nach Tauris entführt; an Stelle von Iphigenie wird eine Hirschkuh auf den Opferaltar gelegt. Und das wage ich ihm nicht zu unterstellen. 1780 erste Versfassung, 1781 dann wieder Prosa-Fassung. Kritik an der Humanität auszusprechen hieße nämlich für Goethe, seine langjährige Freundin zu diskreditieren. Adorno glaubt, Goethe habe die Aufklärung kritisiert, indem er das Humanitätsideal der „Iphigenie“ in den unerreichbaren Mythos gesetzt hat. Er wusste nicht, wie es mit dem Werk weitergehen sollte und ob man es überhaupt noch aufführen sollte oder könnte. Der Mensch muss sich nicht mehr selbst über die Götter erheben und gegen sie kämpfen, sondern erreicht das Ziel der Gleichstellung mit ihnen durch das Knüpfen eines neuen Bundes im Sinne der Humanität, das heißt durch völlige Offenheit gegenüber den Göttern und nicht durch Verschlossenheit. Diese Einschränkung, die vielleicht noch ein letzter Rest, eine Erinnerung an den noch nicht „klassisch“ denkenden Goethe des Sturm und Drang ist, soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich an der Grundidee, der Mensch solle sich ganz im Sinne der Aufklärung aus der „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Zitat I. Kant) befreien, im Ausgang des Werkes nichts ändert. Ich bin neugierig, was Sie ihm abgewinnen werden. Iphigenie lebt bereits eine ganze Weile auf Tauris und hat als Priesterin einige positive Änderungen erwirkt. Es sind zwar teils jambische Strukturen zu erkennen; von einem freien Metrum zu sprechen, ist aber wohl angebrachter. Aufzugs. Zompro, Andreas: „Das Schwarze Netz“, http://www.sungaya.de/schwarz/romer/parcae.htm, 27 Rasch, Wolfdietrich: „Goethes Iphigenie auf Tauris als Drama der Autonomie“, München 1979, * Vgl. Das Parzenlied stellt somit die Beziehung, besser, den „Konflikt zwischen Menschen und Göttern als einen unaufhebbaren Streit zwischen zwei ungleichen Mächten dar“.11. Selbstverständlich ist diese Vorstellung eine Utopie, die weder Bezug zur Realität des ausgehenden 18.Jahrhunderts noch zur heutigen hat. Sie war die erste bürgerliche Revolution in Europa, die eine den Idealen der Aufklärung entsprechende, genauer gesagt eine den Lehren von Voltaire und Rousseau folgende Demokratie an die Stelle der absolutistischen Monarchie setzen wollte. Vielmehr stellt er die Humanität als eine Eigenschaft oder Fähigkeit dar, die jeder Mensch erreichen kann, auch wenn sie ihm nicht unbedingt angeboren ist. Sie ist unsicher, was sie tun soll und wie es mit ihr weitergeht - das zeigen die vielen Fragen… Gleichwohl bedarf es bei all diesen Schritten der Einwilligung der Götter beziehungsweise der Übereinstimmung mit ihnen; das heißt, der Mensch darf nie so vermessen sein, sich über den Willen der Götter zu stellen, so wie beispielsweise Orest sich zu Unrecht zum Richter über seine Mutter erhoben hat21. Jahrhunderts in einer Art Sackgasse, da für ihn das Werk aus allen Blickrichtungen im Nachhinein falsch erscheinen musste. Als letzten wichtigen Punkt darf man nicht vergessen, was in Europa geschehen ist in der Zeit von der Veröffentlichung des Dramas bis zu dem Brief an Schiller aus dem Jahre 1802. Goethe arbeitet als Verwalter, als ihm die Arbeit zu viel wurde, da er keine Zeit zum Dichten mehr hatte, flieht er nach Italien. Dass er diese Zwickmühle als „verteufelt“ empfand, ist also gar nicht verwunderlich, wenn man sich einmal in seine Situation hineinversetzen mag. „Hiebei kommt die Abschrift des gräcisirenden Schauspiels. Über dem Atem Erstickter Titanen schreiten die Götter unberührt hinweg. Wer mehr über „Iphigenie auf Tauris“ und zum Thema Humanität in diesem Goethe-Werk erfahren möchte, sei nun eingeladen, an den vielen neuen Erkenntnissen teilzuhaben, die der Autors dieser Arbeit während des Schreibens erfahren hat. Entweder hatte er sich zu sehr von Charlotte von Stein leiten lassen oder die Wirklichkeit zu idealistisch wiedergeben oder den falschen Leuten die falschen Ideen geliefert. Das Parzenlied ist ein Bestandteil von Iphigenies Monolog im 5. Immer stand jedoch die Humanität im Mittelpunkt des Interesses, auch wenn direkt nach dem Erscheinen des Werkes zunächst über das Verhältnis zum griechischen Vorbild gestritten wurde.25 Heute gibt es grundsätzlich zwei Deutungsversuche. Oldenbourg Verlag, München 1997. Ernst Klett Verlage, Stuttgart 1988. Die Auswahl wurde auf 25 Dokumente mit der größten Relevanz begrenzt.. Goethe, Johann Wolfgang von - Iphigenie auf Tauris (Inhalt, Motive) Goethe, Johann Wolfgang von: Iphigenie auf Tauris Die Parzen sind in der römischen Mythologie Schicksalsgöttinnen. Mit der Ankunft von Orest und Pylades keimt jedoch bei den Untertanen von Thoas der Wunsch, diesen Brauch wieder aufleben zu lassen und die beiden zu töten, wodurch das Schauspiel an Dramatik gewinnt. Sie wünscht sich, nach Griechenl… Orest, der zusammen mit Pylades bei dessen Vater aufwächst, rächt sich später seinerseits und bringt seine Mutter und ihren Liebhaber um. Dies kann sie jedoch nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, weil sie Thoas, der sie eigentlich gerne heiraten möchte, noch Dank schuldig ist, da er ihr einst das Leben rettete. Vom Autor selbst und von zeitgenössischen Rezipienten oft wenig beachtet beziehungsweise mit viel Kritik und Ironie versehen, ist es dennoch wie kaum ein anderes Werk ein Sinnbild der Klassik und der Zeit in Weimar.37 Bis heute hat sich am Bekanntheitsgrad des Stückes nicht viel geändert – fragt man Menschen auf der Straße, kennt es im Prinzip niemand.38 Die Literaturwissenschaft beschäftigt sich jedoch weiterhin intensiv mit dem Schauspiel, das für die Goethe-Forschung wohl unerlässlich ist, weil es seinen Eindruck vom Ende des 18. Auch wenn er damals also anscheinend weder aus noch ein wusste, so heilte auch bei ihm die Zeit die Wunden. Das Werk ist eine Absage an die alles hinterfragende und kritisierende Periode des Sturm und Drang, die der 30-jährige Goethe bewusst hinter sich ließ. 2.Auflage 1961-1966. Grundband Deutsch für die Oberstufe“. „Was der Dichter diesem Bande Liebevoll verkünd’ es weit: Glaubend, hoffend anvertraut, Alle menschlichen Gebrechen, Werd’ im Kreise deutscher Lande Sühnet reine Menschlichkeit. Ihr gelingt es, durch den „Einsatz“ von Wahrhaftigkeit gleich drei Konflikte zu lösen. Er tut schweren Herzens, wie ihm geheißen und lockt seine Tochter unter dem Vorwand, sie solle Achill heiraten, in das griechische Lager. Sprachlich auffällig sind in der dritten Strophe mehrere Dinge. Aber gerade dieser Umstand lässt das Drama im doppelten Sinne lebendiger werden. - Publikation als eBook und Buch Mit der Zeit hat das Werk eine Vielzahl von Deutungen erfahren. Er weist laut Achim Geisenhanslüke „auf den Prozess der Verinnerlichung der Götter6 “ hin. Wie alle Texte Goethes bietet auch sein Drama „Iphigenie auf Tauris“ eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für Interpretationen und Deutungen. So erweckt der Doppelpunkt am Ende des ersten Verses den Eindruck, alles Folgende sei zwangsläufig und ultimativ wie in einer logischen Folge. Aufzugs. Literaturverzeichnis 5. Den Titel wählte Goethe in falscher Analogie zur latinisierten Version des Titels der Euripidestragödie Iphigenia in Tauris (Iphigenie bei den Taurern). Das Schicksal des Prometheus ist, stellvertretend für das aller Titanen oder Menschen, die sich gegen die neuen Götter auflehnen, dem des Tantalus gar nicht unähnlich, da auch er vom wutentbrannten Zeus verstoßen wird, weil er zu hochmütig wurde und glaubte, selbst auf der Stufe der Götter verbleiben zu können. Die Tatsache, dass das Stück die Leute weiterhin ansprach und auch nichts historisch Bedeutsames passierte, wofür man Ideen aus der „Iphigenie“ die Schuld hätte geben können, trug ein Übriges dazu bei. Iphigenie ist aufgrund der Gnade des Skythenkönigs Thoas nach ihrer Ankunft Priesterin im Tempel der Diane geworden – der König hofft, dadurch ihr Herz gewinnen zu können.